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Working Capital - einfach erklärt - Optimierungsmöglichkeiten

Wer Wirtschaft an einer Hochschule studiert, der hört in den Seminaren zum Rechnungswesen immer wieder von Gewinnen, Kosten, Aufwendungen und Cash Flows. Das sind die Größen, auf die man sich in der Regel fokussiert. Zudem gibt es Informationen über Optimierungsmaßnahmen, wie zum Beispiel Six Sigma oder Lean Management. Aus dieser Richtung her kommt man zu der Annahme, dass es in einem Unternehmen nur darum geht Prozesse zu optimieren, um schneller und besser zu werden. Doch es gibt eine Größe, die insbesondere bei kleinen und mittelständischen Firmen nur wenig beachtet wird. Dabei spielt sie für den Unternehmenserfolg eine große Rolle. Wir reden vom Working Capital. Was hat es mit dieser Kennzahl auf sich?

Was ist das Working Capital?

Es gibt verschiedene Versionen vom Working Capital. In der Regel berechnet man es folgendermaßen: 

kurzfristige Forderungen - kurzfristige Verbindlichkeiten = Working Capital

Es geht also um die Differenz zweier Bilanzposten. Es gibt aber noch eine erweiterte Form: 

kurzfristige Forderungen + Lagerbestände + Halfbfertigerzeugnisse - kurzfristige Verbindlichkeiten - erhaltene Anzahlungen = Operating Working Capital

Wie Sie sehen, geht es darum kurzfristige Positionen von beiden Seiten einer Bilanz miteinander zu verrechnen. Aber nicht irgendwelche, sondern es sind Posten, die sehr eng mit dem operativen Geschäft verbunden sind. Daher häufig auch der Begriff Operating Working Capital. 

Unterm Strich bleibt eine Größe, deren Aussage ganz einfach ist: Das Working Capital ist der Differenzbetrag, den ich auf Dauer mit Hilfe von Liquidität finanzieren muss, damit mein Geschäft funktioniert. Und laut Bilanzlogik braucht man dafür Kapital in Form von Eigenkapital oder Fremdkapital. Keine komplexe Sache. 

Doch richtig kompliziert wird es erst dann, wenn man Vergleiche miteinander unternimmt. Zum Beispiel darüber, dass andere Firmen bei ähnlichem Umsatz deutlich weniger WC benötigen. Das heißt, sie brauchen weniger Kredite oder weniger Geld von Investoren. Und da liegt das Problem. Geliehenes Geld will immer verzinst werden. Eigenkapitalgeber wünschen sich hohe Renditen. Die muss man hart verdienen. Banken nehmen Zinsen, die sind nicht immer ganz so hoch. Allerdings gibt es häufig ein Kreditlimit von der Bank. Und wer irgendwann eine Expansion vorantreiben möchte, der sollte dieses Limit nicht dafür vergeuden, um das Working Capital ineffizient zu nutzen. Was ist daher die Lösung?

Working Capital optimieren - wie geht das?

Welche Gründe gibt es denn für hohe Working Capital Quoten? Man kann es leicht zusammenfassen: Alles, was die Aktivseite vergrößert, verschlechtert den Working Capital Anteil. Alles, was die Passivseite verlängert ist gut. 

Forderungen

Der Bestand an offenen Rechnungen gegenüber Kunden ist hier der Schlüssel. Geben Sie keine großzügigen Zahlungsziele. Kümmern Sie sich darum, dass säumige Zahler schnell einen Anruf bekommen. Sollten sie nicht reagieren, dann schalten Sie ein Unternehmen ein, wie zum Beispiel die Leute für Inkasso Hamburg. Sie treiben überfällige Positionen schnell ein. 

Vorräte an Material und Halfbertigerzeugnissen

Produzieren Sie nicht auf Lager, sondern halten Sie alle Bestände niedrig. Dadurch verringert sich massiv der Finanzierungsbedarf. 

Verbindlichkeiten

Reizen Sie bei Rechnungen von Lieferanten die Grenzen deutlich aus. Zahlen Sie am letzten Tag der Frist oder vielleicht eine Woche später. Dadurch verbessert sich ihr Working Capital und bei kurzen Terminüberschreitungen gibt es in der Regel noch keine Mahnung. 

Erhaltene Anzahlungen

Wenn möglich, bitten Sie Kunden bei großen Aufträgen um eine Anzahlung. Das ist in den meisten Branchen so üblich und erleichtert auch Ihnen die Finanzierung des Geschäfts.